FC Bayern-Frauen zum Training Beim Merkur CUP

© Bild: Borussia Dortmund

Karim Adeyemi zeigt großes Herz für kleine Fans

Der Profi lädt Fairplay-gewinner-Team nach Dortmund ein

Topfit präsentierten sich die Mädchen des SC Weßling beim Hotelfrühstück in Dortmund am Samstagmorgen. Und dies, obwohl die zehn- und elfjährigen jungen Damen vom Weßlinger See tags zuvor bereits ab 5 Uhr in der Früh auf den Beinen waren, die lange, fast achtstündige Fahrt mit Geldhauser Busreisen locker weggesteckt und am Abend im Signal Iduna Park, der Heimstatt des BVB Dortmund und Karim Adeyemi lautstark und mit vollem Enthusiasmus die Schwarzgelben angefeuert hatten.

Mag es an dem Entzug ihrer Smartphones auf der Hinfahrt und auch in der ersten Hotelnacht gelegen haben? Auf jeden Fall trug die Befolgung des Handyverbots, ausgesprochen durch die beiden Trainer der U 11 – Mädchen Jan Adlberg und Christian Gabler, deutlich zur Entspannung mit analoger Beschäftigung bei. Um zehn Uhr war auch das letzte „Brötchen“ verzehrt und Gesellschaftsspiele überbrückten von nun an die Zeit bis 12:30 Uhr.

Dies ließ die Aufregung schwinden, jene nervenzehrende Vorfreude auf das, was sie alle seit Bekanntwerden, die Dortmund-Reise gewonnen zu haben, immer wieder in Atem hielt: „Treffen wir Karim persönlich?“ „Sehen wir auch die Kabine?“, „Uwe, Ist er nett?“ Hunderte von Fragen auf einmal, die es auch immer wieder im Bus zu beantworten galt. Die Zusicherung, dass Karim sich Zeit nehmen würde, hatte Ben, sein bester Freund im Vorfeld schon gegeben. Dies blieb jedoch ein streng gehütetes Geheimnis bis zur Fahrt zum Stadion am Samstag. Es sollte eine Überraschung werden.

Und die wurde es. Deborah, BVB-Teamleiterin der Stadiontouren, empfing unsere 23köpfige Gruppe dort, wo an den Spieltagen nur die Mannschaftsbusse einfahren dürfen, am großen Nordtor des Signal Iduna Parks und geleitete uns sodann in die heiligen Hallen des Stadions, in die Kabinen. Dort, wo sich bei Heimspielen des BVB oder der Deutschen Nationalmannschaft die Gastmannschaften umziehen, taten es die Weßlinger Mädels den vorgenannten gleich, zogen die Jacken aus und ihre im Turnier erworbenen leuchtend grün strahlenden ESB-Fairplay-Sieger-Trikots stachen ins Auge. Dieser Auftritt überraschte selbst Karim Adeyemi 14 Stunden nach dem 4:0-Siegen gegen den FSV Mainz 05, erst recht, als er die schwarz-gelben und selbst gefertigten Armbänder an den Handgelenken der Kinder sah und sogleich eines davon geschenkt bekam. Alle waren auf der Herfahrt im Bus in Handarbeit von ihnen selbst gemacht. Einen Weßlinger Schal kann Karim jetzt sein eigen nennen und auch eine große Dankeskarte findet bei ihm einen Ehrenplatz. Die Mädchen hatten ihre helle Freude: endlich, der Karim, der Nationalspieler zum Anfassen, zu befragen und zu fotografieren. Er selbst, dessen Stern im Merkur CUP, dem weltweit größten E-Jugend-Fußball-Turnier als junger Karim 2013 mit der SpVgg Unterhaching im Gaißacher Finale aufging, hatte die zehn- und elfjährigen Mädchen samt Trainer und Betreuer nach Dortmund eingeladen. „Denn es ist doch schön, den Kindern etwas zurückzugeben. Wenn Sie glücklich nach Hause gehen und etwas zu erzählen haben, ist das das Wichtigste“, sagt Karim Adeyemi der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). In diesem Turnier sei sein Stern aufgegangen, so Adeyemi weiter. Und der 24jährige Profi, ansonsten eher zurückhaltend und schüchtern wirkend, lachte über das ganze Gesicht und hatte wahre Freude an diesem Treffen. Er fühle sich richtig gut beim BVB „und so ein Abend wie gestern, ist immer wieder schön. Zu Hause zu spielen und zu gewinnen.“

Foto-Impressionen: Der SC Weßling  bei Borussia Dortmund

Diesen Sieg gegen Mainz hatten die Weßlingerinnen am Abend zuvor auf der Nordtribüne erleben können und ihre schwarz-gelben Schals kräftig nach jedem Tor geschwenkt. Keine Dortmund-Schals, schwarz-gelb sind auch die Vereinsfarben des SC Weßling, der heuer am 6. Dezember sein 90jähriges Bestehen feiert. Sie erlebten vis-a-vis der legendären gelben Wand im mit 81.365 Zuschauern ausverkauften Stadion mit, wie die Entdeckung des Merkur CUP – Finales 2013 (damals in Gaißach für die SpVgg Unterhaching, Anm.d.Red.) in der 74. Spielminute für Serhou Guirassy eingewechselt wurde. Ein Tor blieb ihm verwehrt.

Karim gibt sich gewohnt locker, „vielleicht manchmal auch zu locker“ analysiert er selbstkritisch und beantwortet jede noch so quirlig vorgetragene Frage. „Nein, bei einem Frisör, war ich schon drei Jahre nicht mehr“, so Karim auf seine Lockenpracht angesprochen, „die schneidet mir meine Frau Loredana.“ „Ob ihm im Pott etwas fehlen würde, wie Leberkäs oder Weißwurst?“ „Eine Brezel,“ so der Stürmer nach kurzer Überlegung. „aber das heißt doch Breze“ korrigierte ihn Nora sofort. Schallendes Kabinen-Gelächter! „Warum er die Rückennummer 27 trage? “Ich habe zwei sehr gute Freunde. Der eine, Ben, hat im Februar, der andere, Emre, im Juli Geburtstag. Daher die 2 und die 7.“
Wird Karim, der am Ende der Saison bereits vier Jahre in Dortmund spielt, bleiben? „Oh … Fußball geht so schnell, man weiß nie, was morgen sein wird“, so Adeyemi, „Ich denke daher Schritt für Schritt. Noch sind wir mit der Saison nicht fertig und die müssen wir erst gut zu Ende bringen.“

Einige der Mädchen können in diesem Jahr erneut im Merkur CUP antreten. Ihr großes Ziel: das Finale in Unterhaching. Adeyemis Ziel in diesem Jahr ist die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft: „Ich hoffe, dass ich dabei bin. Dafür muss ich hier in Dortmund Gas geben“ um mehr Spielzeiten zu bekommen, bestätigte er. „Um in der Nationalmannschaft zu spielen, muss man Stammspieler sein. Gerade ist es ein bisschen wenig, aber ich glaube, und davon bin ich fest überzeugt“ gibt sich der Profi selbstbewusst und optimistisch, „ dass es in der Zukunft anders ausschauen wird.“

Die gedrückten 28 Daumen der kleinen Weßlinger Fans sind ihm dabei sicher. Erst recht, nachdem sich der sympathische „Fußball-Star zum Anfassen“ über eine Stunde Zeit genommen, sich mit dem Team zu etliche Mannschaftsfotos in der Kabine, der Mixed-Zone, vor dem BVB – Wappen und unten vor dem „heiligen Rasen“ hinreißen ließ und jedem Madl sogar ein Adeyemi-Trikot mit der legendären 27 auf dem Rücken und seinem Autogramm überreicht hatte, Allen Rede und Antwort stand und auch nicht verschwieg, seinen Salto daheim in München auf dem Trampolin erlernt zu haben.

Gastgeber Adeyemi gab sich sympathisch, nahbar und ohne jede Star-Allüren. Der Merkur CUP sagt DANKE Karim für diese wunderbare Reise.

Dass die nachfolgende Stadiontour mit Stefan fast 2 ½ Stunden dauerte, war den wissenshungrigen Fußballerinnen des SC Weßling geschuldet. Ob ihre Fragen die ursprünglichen rot-weißen Vereinsfarben des BVB, die Technik des Presseraums, die Mixed-Zone, die Enge des Einlaufganges oder die zwei Gefängniszellen unterhalb der Nordtribüne betrafen, eines wurde deutlich, die Mädchen waren bestens vorbereitet.

Hatte uns Freitagabend Fahrerin Nicoletta von Geldhauser-Busreisen noch ins Stadion gefahren und nach Abpfiff der Bundesligapartie Niclas Wolf sicher zurück ins Hotel gebracht, war am Abend des Samstags ein rund halbstündiger Fußmarsch zum „Italiener“ angesagt. Pizza und Pasta standen dann zum Ausklang des aufregenden Tages bei Ciccio´s hoch im Kurs.

Wir wissen nicht, ob die Mädels jetzt nachts in Karims Autogramm-Trikot schlafen werden. Sie werden gewiss noch lange von der Dortmund-Reise träumen, die traum- haften, kreativen und interessierten Mädels wie Olivia, Helena, Romy, Hanna & Co. Dafür war es zu schön, cool, richtig gut und auch überraschend. Torhüterin Lotte (10), genannt die Krake, zur Reise: „Es war toll, diese Reise mit dem Team gewonnen zu haben. Ganz besonders war, den Karim in echt getroffen zu haben.“

Danke den Lehrkräften und Schulleitern, die den Fairplay-Gewinnerinnen des SC Weßling Freitag schulfrei gegeben hatten und so den Kindern die Reise-Teilnahme möglich machten.

Sophie Aenishänslin wurde als eine der jungen Fahnenträgerinnen als Gewinnerin gezogen und durfte mit anderen Kindern Fahnen schwingend die beiden Mannschaften im größten Fußballstadion Deutschlands begrüßen. Das war aufregend und spannend, so Sophie, deren Herz jetzt erst recht für schwarz-gelb schlägt.

Danke den Trainern und Betreuer:innen des SC Weßling Jan Adelberg, Christian Gabler, Julia Aenishänslin, Verena Clauss und „Caterer“ Claudius Brudnjak.

Der Karim Adeyemi-Preis

Karim Adeyemi, geb. am 18.1.2022, gewann 2013 als Zehnjähriger mit der SpVgg Unterhaching den Merkur CUP. In Erinnerung und Dankbarkeit an diese für ihn positive Zeit stiftet er diese Bus-Reise, den Karim Adeyemi-Preis.

Karim Adeyemi, Fußball-Nationalspieler, derzeit als Profi bei Borussia Dortmund bis Sommer 2027 unter Vertrag, lädt pro Merkur CUP Jahr eine der 25 Mannschaften, die den ESB-Fairness-Preis gewonnen haben, zu einer mehrtägigen Fußballreise ein.

Gewinner 2024 – Jungen des SV Lohhof (BVB Dortmund)
Gewinner 2025 – Mädchen des SC Weßling (BVB Dortmund)

Während der Busfahrt nach Dortmund haben die zehn- und elfjährigen Mädchen nicht nur Armbänder gebastelt. Auch das von ihnen getextete und einstudiertes SCW-Dankeslied gaben sie in der Kabine zur Überraschung von Karim zum Besten.

Melodie von „Danke für diesen guten Morgen“, 1961 von Martin Gotthard Schneider komponiert.

Danke für dieses tolle Dortmund!
Danke für diesen tollen Preis!
Danke an Karim Adeyemi
Das ist very nice!

Danke für den Merkur CUP!
Danke an unseren Uwe!
Danke an unsre Busfahrerin!
Das is very nice!

Danke an unsere lieben Trainer!
Danke für diese tolle Zeit!
Danke für diese tolle Fahrt!
Das ist very nice!

Danke für dieses tolle Hotel!
Danke für das gestrige Spiel!
Danke für das leckere Essen!
Das ist very nice!

Danke für den tollen Fußball!
Das ist very nice!